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Führerschein FAQ – Häufig gestellte Fragen und Antworten gleich dazu.

bzw. zu den seit dem 19.01.2013 in Deutschland und in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union geltenden neuen Vorgaben für den Führerschein und die Fahrerlaubnisklassen.

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Führerschein und zum „Begleiteten Fahren ab 17“.

Führerschein ab 17

Führerschein auf Probe mit verlängerter Lernzeit bei Begleitetem Fahren ab17 Jahren

Aus welchem Grund sind diese Änderungen erforderlich?

Anlass ist die Umsetzung der Richtlinie 2006/126/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über den Führerschein, die sog. 3. Führerscheinrichtlinie.

Ziel dieser Richtlinie ist es insbesondere, das Nebeneinander unterschiedlicher nationaler Regelungen und der mehr als 110 verschiedenen Führerscheine in Europa zu beenden. Um die Verkehrssicherheit innerhalb der Europäischen Union zu verbessern, beinhaltet die Richtlinie unter anderem Regelungen zum Schutz gegen Fälschungen, zu ärztlichen Untersuchungen und zu den Mindestvoraussetzungen für die Erteilung einer Fahrerlaubnis.

Ich war bereits vor dem 19.01.2013 im Besitz eines Führerscheins. Gelten die Neuregelungen auch für mich?

Vor dem 19.01.2013 erworbene Fahrerlaubnisse bleiben unberührt. Durch Eintragungen auf dem neuen Führerschein wird sichergestellt, dass vor dem 19.01.2013 erworbene Besitzstände auch bei Ausstellung eines neuen Führerscheins erhalten bleiben. Eine Pflicht zum Umtausch gibt es derzeit nicht. Allerdings müssen bis Ende 2032 alle Führerscheine den Vorgaben der 3. EG-Führerschein-richtlinie entsprechen.

Die neuen Regelungen gelten für alle Führerscheine, die nach dem 19.01.2013 ausgestellt werden und damit für alle Fahrerlaubnisse, die seit dem 19.01.2013 erteilt oder verlängert werden. Aber auch zum Beispiel beim Ersatz eines verloren gegangen Führerscheins oder Verlängerung einer Fahrerlaubnis wird seit dem 19.01.2013 nur noch der neue Führerschein ausgegeben.

Was hat es mit der Befristung der Führerscheine auf sich?

Seit dem 19.01.2013 ausgestellte Führerscheine sind nach den Vorgaben der sog. 3. EG-Führerscheinrichtlinie – unabhängig von der zugrundeliegenden Fahrerlaubnis – auf 15 Jahre befristet. Nach Ablauf dieser Gültigkeit muss ein neuer Führerschein ausgestellt werden. Diese Regelung dient insbesondere der Aktualisierung von Namen sowie des Lichtbildes.

Muss ich mich künftig regelmäßigen Gesundheitsuntersuchungen unterziehen?

Nach Ablauf der Befristung wird das Führerscheindokument nur verwaltungsmäßig umgetauscht. Zusätzliche regelmäßige ärztliche Untersuchungen oder sonstige Prüfungen sind damit – wie bisher – nicht verbunden. Sie bestehen auch weiterhin lediglich für bestimmte Berufsgruppen mit besonderer Verantwortung (u.a. für Berufskraftfahrer, Busfahrer).

Ich war bereits vor dem 19.01.2013 im Besitz einer Fahrerlaubnis der Klasse A beschränkt. Welche Fahrzeuge darf ich jetzt fahren und ab wann darf ich Krafträder der Klasse A fahren?

Inhaber einer Fahrerlaubnis der Klasse A (beschränkt) in der bis zum 18.01.2013 geltenden Fassung dürfen Krafträder der Klasse A2 und nach Ablauf von zwei Jahren nach der Erteilung Krafträder der Klasse A führen.

Ich war bereits vor dem 19.01.2013 im Besitz einer Fahrerlaubnis. Darf ich Fahrzeuge im Umfang der seit dem 19.01.2013 geltenden Fahrerlaubnisklassen fahren?

Führerschein Inhaber, bzw. Inhaber einer Fahrerlaubnis, die bis zum 18.01.2013 erteilt worden ist, dürfen ab dem 19.01.2013 zusätzlich zum bisherigen Umfang ihrer Fahrerlaubnis auch Fahrzeuge führen, die vom neuen Umfang der jeweiligen Klasse erfasst sind.

Was muss ich machen, damit ich ab dem 19.01.2013 auch Fahrzeugkombinationen aus einem Fahrzeug der Klasse B und einem Anhänger von mehr als 750 kg führen darf, ohne dafür eine Fahrerlaubnis der Klasse BE erwerben zu müssen?

Die Fahrerlaubnis der Klasse B kann seit dem 19.01.2013 mit der Schlüsselzahl 96 erteilt werden für Fahrzeugkombinationen bestehend aus einem Kraftfahrzeug der Klasse B und einem Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 750 kg, sofern die zulässige Gesamtmasse der Fahrzeugkombination 3 500 kg überschreitet, aber 4 250 kg nicht übersteigt. Die Schlüsselzahl 96 darf nur zugeteilt werden, wenn der Führerschein-Bewerber bereits die Fahrerlaubnis der Klasse B besitzt oder die Voraussetzungen für deren Erteilung erfüllt hat; in diesem Fall darf die Schlüsselzahl 96 frühestens mit der Fahrerlaubnis für die Klasse B zugeteilt werden. Für die Eintragung der Schlüsselzahl 96 in die Fahrerlaubnis der Klasse B bedarf es einer Fahrerschulung.
Nähere Einzelheiten klären Sie bitte mit Ihrer örtlichen Fahrerlaubnisbehörde.

Fragen und Antworten zum Führerschein

Sollen Führerschein-Inhaber der Klasse B (3 „alt“), die ihren Führerschein nach dem 31.03.1980 erworben haben, berechtigt werden, ein Leichtkraftrad (Klasse A1) zu fahren?

Nein. Untersuchungen zum Unfallgeschehen von Leichtkrafträdern haben gezeigt, dass auch eine langjähriger Führerscheinbesitzer, bzw. eine langjährige Erfahrung als Autofahrer nicht ausreicht, bei den heutigen Verkehrsverhältnissen sicher ein Leichtkraftrad zu führen. Daher wird am Erfordernis einer zweiradspezifischen Ausbildung festgehalten.

Kann man die zulässige Höchstgeschwindigkeit der Fahrzeuge der Klasse AM auf 50 km/h ausdehnen, um besser im Verkehr „mit zu schwimmen“?

Nein. Für zweirädrige Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 45 km/h ist nach den Bestimmungen des europäischen Rechts eine Fahrerlaubnis / ein Führerschein der Klasse A1 notwendig. An diese Vorgaben sind die Mitgliedstaaten der Europäischen Union gebunden.

Warum gibt es keine regelmäßigen Gesundheitsuntersuchungen für ältere Kraftfahrer?

Ältere Kraftfahrer sind in der Unfallstatistik insgesamt nicht besonders auffällig. Die Unfallbeteiligung der Gruppe der Kraftfahrer ab 60 Jahre ist sogar niedriger als bei jüngeren Altersgruppen. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass ältere Kraftfahrer ihre mit dem Alter einhergehenden Leistungsbeeinträchtigung kompensieren können, z. B. durch Vermeidung ungünstiger Verkehrssituationen wie Fahrten bei Feierabendverkehr, ungünstiger Witterung, in der Nacht und in der Dämmerung, sowie durch vorausschauende Anpassung des Fahrverhaltens. Jedoch müssen sich Inhaber einer Fahrerlaubnis der Klassen C und D (LKW und Busse) alle 5 Jahre einer Eignungsuntersuchung unterziehen.

Warum muss man nicht regelmäßig die Erste-Hilfe-Ausbildung wiederholen?

Der Erste-Hilfe-Ausbildung und den Unterweisungen in lebensrettenden Sofortmaßnahmen kommt eine große Bedeutung zu. Ein möglichst hoher Kenntnisstand in den Maßnahmen der Ersten Hilfe ist erforderlich, um auch ein gesellschaftliches Klima des Helfens statt des Wegsehens zu schaffen. Die Bundesregierung setzt hierbei allerdings auf die Freiwilligkeit und Einsicht der Führerscheininhaber statt auf eine Reglementierung.
Die Verkehrministerskonferenz der Länder hat sich im Jahr 2003 mit dem Thema befasst und beschlossen, in Anbetracht des zu erwartenden hohen Zeit- und Kostenaufwands für die Bürger und die zuständigen Behörden solche regelmäßigen Wiederholungen nicht verbindlich vorzuschreiben.
Im Zusammenwirken mit der „Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe“, der die großen Hilfsorganisationen angehören, unterstützt die Bundesregierung jedoch die Teilnahme an neu entwickelten, zeitlich kompakten Auffrischungskursen auf freiwilliger Basis.

Ich wohne im Ausland und habe meinen deutschen Führerschein verlorenbzw. er wurde gestohlen. Was ist zu tun?

Variante 1: Wohnsitz in einem EU– oder EWR-Mitgliedstaat:

Für die Ausstellung eines neuen Führerscheins ist die Straßenverkehrsbehörde an Ihrem neuen Wohnsitz zuständig. Sie benötigen jedoch einen Nachweis über den Umfang Ihrer Fahrerlaubnis. Diesen erhalten Sie bei der Fahrerlaubnisbehörde, die Ihren verloren gegangenen Führerschein ausgestellt hatte bzw. bei der Fahrerlaubnisbehörde, in deren Zuständigkeitsbereich Ihr letzter ordentlicher Wohnsitz in Deutschland liegt.

Variante 2: Wohnsitz in einem Drittstaat:

Sofern Sie Ihren Wohnsitz in einem anderen als einem EU– oder EWR-Mitgliedstaat haben, ist für dieses Anliegen jede Fahrerlaubnisbehörde in Deutschland zuständig. Am besten wenden Sie sich an die Fahrerlaubnisbehörde, die Ihren verloren gegangenen Führerschein ausgestellt hattebzw. an die Fahrerlaubnisbehörde, in deren Zuständigkeitsbereich Ihr letzter ordentlicher Wohnsitz in Deutschland liegt.

Muss ich meinen alten Führerschein umtauschen, wenn ich einen Internationalen Führerschein benötige?

Ja. Die Fahrerlaubnisbehörden sind verpflichtet, die Ausstellung eines Internationalen Führerscheins im Zentralen Fahrerlaubnisregister beim Kraftfahrt- Bundesamt zu speichern. Diese Speicherung setzt jedoch die Zuteilung einer Führerscheinnummer voraus, die nur bei der Ausstellung eines neuen Kartenführerscheins vergeben werden kann.
Die Verwaltungspraxis hat gezeigt, dass die Betroffenen der zeitgleichen Umstellung alter Führerscheindokumente auf neue überwiegend positiv gegenüber stehen. Außerdem erleichtern aktuelle Dokumente den Umgang mit ausländischen Behörden, dem Inhaber Internationaler Führerscheine im Besonderen ausgesetzt sind.

Darf ich mit meiner ausländischen Fahrerlaubnis in Deutschland Kraftfahrzeuge führen?

Siehe „Gültigkeit ausländische Führerscheine in Deutschland“

Gilt mein deutscher Führerschein auch im Ausland?

Siehe „Gültigkeit deutscher Führerscheine im Ausland

Fragen rund um das „Begleitete Fahren ab 17“

Wie lange muss der Fahranfänger in Begleitung fahren?

Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres.

Wer macht die Ausbildung und wo kann man sich anmelden?

In jeder zugelassenen Fahrschule. Die Ausbildung erfolgt durch einen Fahrlehrer.

Gibt es besondere Vorschriften für die Ausbildung von Bewerbern für das „Begleitete Fahren ab 17“?

Nein. Die Fahrschüler werden wie bisher alle 18jährigen Bewerber der Klasse B bzw. BE ausgebildet.

Gibt es besondere Vorschriften für die theoretische und praktische Fahrerlaubnis-, bzw.Führerscheinprüfung?

Nein.

Wann darf die theoretische Prüfung frühestens abgelegt werden?

Drei Monate vor Vollendung des 17. Lebensjahres (analoge Regel wie bei 18-jährigen).

Ab wann darf die praktische Prüfung abgelegt werden?

Einen Monat vor Vollendung des 17. Lebensjahres (analoge Regel wie bei 18-jährigen).

Bekommt der Bewerber nach der bestandenen Prüfung den Kartenführerschein?

Nein, er erhält eine „Prüfungsbescheinigung“, in der auch die Begleitpersonen eingetragen sind (quasi als Führerscheinersatz)

Enthält die „Prüfungsbescheinigung“ ein Foto des Fahrerlaubnisinhabers?

Nein, deshalb ist beim Fahren immer ein amtliches Ausweisdokument (z. B. Personalausweis) mitzuführen.

Wird der „Kartenführerschein“ von der Behörde automatisch zugesandt?

Diese Frage bitten wir mit Ihrer örtlichen Führerschein-, bzw.Fahrerlaubnisbehörde zu klären.

Wann beginnt beim „Begleiteten Fahren ab 17“ die Probezeit?

Sofort mit der Erteilung der Fahrerlaubnis („Prüfungsbescheinigung“).

Wie lange dauert beim „Begleiteten Fahren ab 17“ die Probezeit?

Wie beim „normalen“ erstmaligen Führerschein-/Fahrerlaubniserwerb 2 Jahre.

Wie sind die Anforderungen an den Begleiter?

  • Mindestalter: 30 Jahre des begleitenden Führerschein-Inhabers
  • Besitz der Fahrerlaubnisklasse B seit mindestens 5 Jahren
  • Eintragungen im Verkehrszentralregister: max. 1 Punkt (bis zum 30.04.2014 in der Prüfungsbescheinigung eingetragene Begleiter mit bis zu 3 Punkten bleiben weiterhin zur Begleitung geeignet).

Ist die Anzahl der Begleiter begrenzt?

Nein, im Gegenteil: Je mehr Personen als Begleiter „gemeldet“ sind, desto mehr Möglichkeiten bestehen, Fahrpraxis zu sammeln. Alle Begleiter müssen in der Prüfungsbescheinigung eingetragen sein.

Muss der Begleiter an einer Einweisung teilnehmen?

Nein. Eine Einweisung ist nicht vorgeschrieben. Im Rahmen der Freiwilligkeit können Informationsveranstaltungen der Fahrschulen besucht werden.

Darf jede Person, die die Voraussetzungen erfüllt, einen Fahranfänger begleiten?

Nur dann, wenn sie in der Prüfungsbescheinigung eingetragen ist.

Welche Vorschriften muss der Begleiter in Bezug auf Alkohol beachten?

Er darf auf keinen Fall die 0,5 Promille-Grenze erreichen und er darf nicht unter dem Einfluss anderer berauschender Mittel stehen.

Welche Konsequenzen hat es für den Führerscheininhaber, wenn er ohne Begleiter fährt?

Seine Fahrerlaubnis wird widerrufen. Da es sich um einen schwerwiegenden Verstoß innerhalb der Probezeit handelt, muss darüber hinaus vor Neuerteilung der Fahrerlaubnis ein Aufbauseminar absolviert werden.( Achtung! Führerschein dauerhaft in Gefahr)

Welche Fahrerlaubnisklassen sind eingeschlossen?

Die Klassen AM und L.

Dürfen diese Fahrzeuge dann ohne Begleitung geführt werden?

Ja, die Prüfungsbescheinigung und ein amtliches Ausweisdokument (Quasi als Führerscheinersatz sind mitzuführen. Auf Antrag kann für diese Klassen auch ein Kartenführerschein ausgestellt werden (zusätzliche Kosten ca.10 Euro).

Welche zusätzlichen Kosten entstehen für das Begleitete Fahren?

  • 7,70 Euro für die Ausfertigung der Prüfungsbescheinigung zum Führerschein zur Probe.
  • 3,30 Euro je Auskunft aus dem Verkehrszentralregister (Punktestand).
  • 1,50 Euro bis 10 Euro für die Überprüfung je Begleitperson.